Big Brother is Watching
17. Februar 2009 – 21:45:00 – Michael Beglinger
Seit einigen Wochen erhitzt ein neuer Online-Ortungsdienst von Google die Gemüter. Grund der Aufregung: Die Daten, die mit dem Dienst erfasst werden, könnten von Dritten missbraucht werden.
Aber alles schön der Reihe nach. Google Latitude ist eine neue Funktion von Google Maps, mit der man in Echtzeit den aktuellen Standort seiner Freunde und Bekannten auf einer Karte sehen kann. Der Standort wird dabei auf einer Google-Karte auf dem Computer oder dem Handy angezeigt.
Das Prinzip ist einfach: Um einem Freund den eigenen Standort mitzuteilen, versendet man via Google Latitude eine Einladung oder nimmt eine entsprechende Einladung an. Wird eine Einladung angenommen, wird die aktuelle Position des Kontakts bei Google Maps angezeigt. Klickt der Nutzer auf die Person, kann er direkt Kontakt mit der Person aufnehmen, etwa über Google Talk, per Telefon oder E-Mail. Will er sich mit ihr treffen, zeigt ihm das Programm den Weg dahin an.
Eine genaue Anleitung des Vorgangs bietet der folgende Videobeitrag von Google.
Die Nutzer von Google Latitude können laut Google selbst bestimmen, wen sie über ihren aktuellen Standort informieren möchten. Ähnlich wie bei Instant Messaging Clients wie Skype lässt sich der aktuelle Status vor bestimmten Nutzern verbergen oder vollständig unkenntlich machen. Verschiedenen Berichten von Datenschutzorganisationen zufolge weist die Anwendung jedoch Sicherheitslücken auf. So funktioniert bei gewissen Mobiltelefonen beispielsweise die regelmässige Statusinformation nicht, mittels derer man erkennen kann, ob der Dienst auf dem eigenen Gerät aktiviert ist oder nicht.
So weit, so gut. Doch Google Latitude ruft bei Datenschützern weitere Bedenken auf. Schliesslich kann laut verschiedenen Expertenmeinungen niemand ausschliessen, dass nicht eines Tages eine staatliche Stelle oder Behörde von Google die Herausgabe der Daten fordert. Da ist was dran. Anderseits gelten aber gerade lokalisierte Dienste in der Internet- und Mobilfunk-Branche als ein wichtiges zukünftiges Geschäftsmodell. Es geht dabei zum Beispiel um Werbung für Angebote in der Nähe des aktuellen Standorts eines Handy-Nutzers. Die Entwicklung wird sich daher kaum aufhalten lassen. Aber die aktuelle Diskussion zeigt, dass es strengere Richtlinien braucht, was mit den persönlichen Daten im Netz passiert.
Google Latitude kann kostenlos herunterladen werden. Die Anwendung läuft laut einem Bericht von golem.de auf den meisten Blackberrys und den meisten Geräten mit Windows Mobile (ab Version 5.0) oder Symbian S60. Nutzer von iPhones und Smartphones mit dem von Google entwickelten Betriebssystem Android müssen sich noch etwas gedulden. Eine Version für diese Geräte soll laut Google in Kürze erhältlich sein.
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- Von: Michael Beglinger
- , 05. März 2009,
- 08:52
Die Frage, ob Du das brauchst, kann ich nicht beantworten.
Dienste wie Latitude zählen bei den Digital Natives (14 ) jedoch bereits zur Medienrealität und werden in Zukunft immer häufiger auch unseren Alltag bestimmen.
Vor 20 Jahren konnte sich auch noch kein Mensch vorstellen, dass eines Tages jeder ein Handy besitzt und unterbrochen via SMS in Kontakt mit seinen Freunden und Bekannten ist.
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Wie muss ich mir das vorstellen: Ich gehe durch die Strassen und kucke, wer von meinen Freunden in der Gegend ist, um mit mir etwas trinken zu gehen?
Will ich das? Oder besser: Brauche ich das?