Das Recht an den eigenen Daten

Ein Thema, das die Blogosphäre seit Anfang Jahr stark beschäftigt, ist der Rauswurf von Robert Scoble aus dem Social Network Facebook. Scoble, einer der bekanntesten Blogger der Welt, hatte im Dezember 2007 ein Script benutzt, das nicht im Sinne der allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook war. In der Folge wurde Scoble's Account gesperrt.

Laut TechCrunch hatte Scoble versucht, sich die Daten seiner 5'000 Facebook-Kontakte zu beschaffen, um diese auf anderen Plattformen zu nutzen. Scoble schreibt dazu in seinem Blog:

I am working with a company to move my social graph to other places and
that isn’t allowable under Facebook’s terms of service.

Die Frage nach dem Recht an den eigenen Daten stellt sich aber nicht erst seit der Causa Scoble. Sie hat lediglich dazu beigetragen, dass das Thema in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert wird.

Das Problem, dass man seine Profile auf mehreren Plattformen pflegen muss, besteht seit der ersten Stunde  von Social Networks. Gerade die Vielnutzer da draussen wissen, was ich meine. Über eine API liesse sich das Problem zumindest selektiv beheben, wie das Beispiel Scoble gezeigt hat.

Dass die Betreiber von Social Networks ihrerseits über ein solches Szenario nicht erfreut sind und sich mit Händen und Füssen dagegen wehren, ist verständlich. Die Nutzer könnten auf diese Weise nämlich viel schneller von einer Plattform zur anderen umziehen.

Aber hier schliesse ich mich der Meinung von RSS-Pionier Dave Winer an, der in seinem Blog schreibt:

However, if Facebook doesn’t open up and allow people a system to say who can access what information, we still have to create that system somehow. Google could have done it, but they didn’t. Same with Yahoo or Microsoft. These companies don’t want to empower the users, but if they studied history, they’d see that the evolution of computers always comes in fits and starts.

Es ist ganz einfach: Wenn es Facebook oder XING nicht tut, dann tut es eben ein anderer. Der Druck der Community auf die verschiedenen Anbieter dürfte bereits in naher Zukunft gewaltig ansteigen.

Robert Scoble hat in seinem Blog bereits damit angefangen, Daten und Fälle zu sammeln, die er in Form eines öffentlichen Briefes via Blogpost bald an Facebook zu richten gedenkt. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich der Streitfall weiterentwickelt.

Credits: Agenturblog

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