Schlechte RSS-Feeds

Ich bin ein begeisterter Nutzer von RSS-Feeds, aber jetzt muss ich meinem Ärger Mal Luft machen. Denn bei manchen Anbietern frage ich mich, ob man den Mehrwert der Technologie tatsächlich begriffen hat.

Ich nerve mich beispielsweise seit Längerem über die Feeds von Spiegel Online. Was bringt mir ein Feed, bei dem nur die Headlines von Artikeln drinstehen?

RSS-Feed von Spiegel
[RSS-Feed von Spiegel Online]

Ich möchte als RSS-Benutzer einzelne Beiträge nicht in einem Webbrowser, sondern eben über meinen RSS-Reader lesen. Wenn aber im RSS-Feed nur die Headline des Beitrages mitgegeben wird, bringt mir das in aller Regel herzlich wenig.

Ich kenne die Gründe für den restriktiven Einsatz von RSS bei Spiegel nicht. Vielleicht befürchtet die Redaktion, dass die Contents über Webservices geklaut werden. Das ist via RSS in der Tat sehr einfach möglich. Aber glaubt mir: Contents automatisiert auf Webseiten abzugreifen und an anderer Stelle wieder zu verwenden ist für Geübte auch ohne RSS eine Kleinigkeit.

Es gibt für mich also keinen erkennbaren Grund, weshalb man RSS-Feeds in irgendeiner Art und Weise eindämmen sollte. Aber ich lasse mich jederzeit gerne belehren.

Für die zaghaften Webmaster da draussen, die dennoch den Hauch von Sicherheit haben möchten, habe ich folgende Tipps. Eine Möglichkeit der Missbrauchsprävention besteht beispielsweise darin, den Content eines RSS-Feeds auf eine bestimmt Anzahl Zeichen zu beschränken. Das hindert einen unliebsamen Verwerter meistens daran, die Contents abzugreifen, denn es werden jeweils nur wenige Zeilen oder Abschnitte eines Artikels über den RSS-Feed dargestellt.

Ein paar Zeilen mehr als bei den Feeds der Süddeutschen Zeitung sollten es dennoch sein.

RSS-Feed der Süddeutschen Zeitung
[RSS-Feed der Süddeutschen Zeitung]

Eine andere Variante ist ein rechtlicher Disclaimer, der den einzelnen Beiträgen im RSS-Feed mitgegeben wird. Auf diese Weise ist der Urheber eines Beitrages immer ersichtlich und ein Missbrauch um einiges unwahrscheinlicher.


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