The Cult of The Amateur
17. Juni 2007 – 17:15:00 – Michael Beglinger
Ich habe mich in den vergangenen Tagen intensiv mit "the cult of the amateur" von Andrew Keen auseinandergesetzt. Keen ist einer der schärfsten Kritiker des Web 2.0 und vertritt die Meinung, dass die Entwicklungen rund um Social Software und Citizen Journalism unsere Kultur zerstöre.
Und das tönt dann zum Beispiel so:
As traditional mainstream media is replaced by a personalized one, the Internet has become a mirror to ourselves. Rather than using it to seek news, information, or culture, we use it to actually BE the news, the information, the culture.
Ich stimme Keen zu: In einem virtuellen demokratischen Raum, in dem auch Laien ihre Meinung frei äussern können, wird die Mediokrität gefördert. Er hat ausserdem Recht, wenn er sagt, dass es in diesem grenzenlosen Gewirr aus Meinungen und Stimmen immer schwieriger wird, Wichtiges von Unwichtigem, Kunst von Werbung zu unterscheiden:
The cult of the amateur has made it increasingly difficult to determine the difference between art and advertisement, between amateur and expert.
Andererseits wird niemand dazu gezwungen, diese Inhalte zu konsumieren. Und sind wir Mal ehrlich: Wer glaubt denn schon an einen völlig unabhängigen Journalismus oder an einen selbstlosen Journalisten? In einer Informationsgesellschaft, die von Oberflächlichkeit und Ego-Kult lebt, sind die Grenzen zwischen Objektivität und Selbstdarstellung häufig fliessend.
Keen bietet in seiner knapp 200-seitigen Kritik an der Demokratisierung des Internets auch keine wirklichen Lösungsansätze. Das wirkt am Ende dann doch ein wenig frustriert und versnobt. Dennoch, eine kritische Diskussion des Web 2.0 ist auch hierzulande längst überfällig.
Mein Fazit: absolut lesenswert!
- Kategorie: Web 2.0 |
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