Unklare Positionierung von .ch

Seit zwei Tagen ist die neue Gratiszeitung .ch am Start. Der erste Eindruck der gedruckten Ausgabe überraschte. Das Layout wirkt dank dem Einsatz moderner Typografie und grossformatiger Fotos modern und edel. Grosszügige Weissflächen machen das Ganze zudem gut lesbar.

Beim Durchblättern der Zeitung fragt man sich jedoch, welche Leserschaft die Macher genau ansprechen wollen. 20Minuten und heute richten sich an Pendler und Kids im Schulalter. .ch wird jedoch direkt in die Haushaltungen geliefert, womit man in direkter Konkurrenz mit den klassischen Bezahlzeitungen und lokalen Gratisanzeigern steht. Auch inhaltlich ist man alles und nichts: internationale Kurzmeldungen, viel Lifestyle, ein wenig Unterhaltung.

Und wie sieht es beim Internetauftritt von .ch aus?

Screenshot des Internetauftritts von .ch
[www.punkt.ch]

Der ist – zumindest was die Gestaltung und die technische Umsetzung angeht – richtig gut geworden. Die Seite ist inhaltlich übersichtlich strukturiert. Die verschiedenen Informationsebenen sind auch hier dank viel Weiss gut voneinander getrennt. Gut gelungen finde ich zudem die horizontale Navigation, vor allem was die erste Navigationsebene angeht. Über die Umsetzung der zweiten Navigationsebene kann man sich streiten.

Eine gute Strategie fährt man meiner Meinung nach auch mit der eingebundenden Suchmaske von local.ch. Die regionale Suchmaschine wird seit Monaten medial gepusht und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Gut angedacht ist ausserdem die Funktion Mein Punkt.ch, jedoch lässt der Funktionsumfang im Moment noch arg zu wünschen übrig.

Wenig erfreulich ist ausserdem, dass man nur einen globalen RSS-Feed abonnieren kann. Ich habe es gar nicht erst ausprobiert, aber ich kann mir vorstellen, dass da an einem Tag ziemlich viel aufläuft. Gerade für RSS-Vielnutzer wären verschiedene RSS-Feeds (z.B. nach Ressorts) sicherlich hilfreich.

Fazit: .ch ist professionell gemacht, kein Zweifel. Die Positionierung hingegen bleibt unklar und auch die inhaltliche Qualität vermag die Konkurrenz nicht auf die Ränge zu verweisen. Insofern bleibt es abzuwarten, wie sich das Blatt längerfristig im Markt behaupten wird.

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